Donnerstag, 12. Juni 2014

Kommuniqué Nr. 6 der Vereinigung "Borotba" und des Zentrums für antifaschistischen Widerstand

Am 01.03.2014 hat die ukrainische sozialistische Organisation "Боротьба" (Borotba/ borot'ba, dt.: Streit, Zwist, Kampf) ihre sechste Verlautbarung veröffentlicht, die auf ihrer Homepage http://borotba.org/ zugänglich ist und hier wohl als erstes ins Deutsche übersetzt wurde.

Die Geschehenisse der letzten drei Monate haben gezeigt, dass die Einschätzungen der Sozialisten und Antifaschisten von "Borotba" in höchstem Maße voraussahen, welche Gefahr der Bevölkerung seitens der faschistischen Schergen drohen würde. Das Massaker von Odessa zwei Monate nach dem Kommuniqué Nr. 6 und der anschließende rechte Terror im ganzen Land haben das sehr anschaulich bewiesen. Die bewaffnete Konterrevolution in der Ukraine versucht offenbar, mit aller Gewalt die ukrainische Bevölkerung einzuschüchtern und zu unterwerfen.

Hier ist eine erste Übersetzung der Verlautbarung ins Deutsche durch die Bloggerschaft von alexithymiaN.blogspot.de. Eine weitergehende Verbreitung linker Positionen über die Lage in der Ukraine ist ebenso wünschenswert wie der Aufbau einer wirklich demokratischen Gesellschaft.

Kommuniqué Nr. 6 der Vereinigung "Borotba" und des Zentrums für antifaschistischen Widerstand


"Borotba" in den Protesten im Südosten


Am 1. März nahmen Aktivisten von "Borotba" teil an antifaschistischen Treffen in südöstlichen Städten der Ukraine.

In Charkow haben Teilnehmer eines antifaschistischen Treffens ein Gebäude der regionalen Verwaltung gestürmt, die Sicherheitskräfte der neuen ukrainischen Regierung in Kiew durchbrochen und über dem Eingang des Gebäudes die Fahnen Charkows und Russlands aufgehangen. Der Koordinator der "Borotba" Charkows, Dennis Saizew erklärte: "Heute hat ein Stoßtrupp der "Borotba" Charkows zusammen mit anderen antinationalistischen Kräften eine Stürmung der regionalen Verwaltung vollzogen. Der 'fürchterliche und schreckenerregende' Rechte Sektor ergab und beugte sich in der Mitte eines Platzes vor uns. Nach der Erstürmung der Verwaltung sahen die Charkower einzelne rote Fahnen auf dem Platz, näherten sich unseren Aktivisten, nahmen unsere Zeitungen an und bedankten sich für die Befreiung Charkows von den Faschisten." Auf dem zentralen Platz in Charkow versammelten sich etwa 40.000 Demonstranten. Die Charkower stellten Selbstverteidigungseinheiten auf in deren Reihen auch Strafverfolger eintreten sollten, so die Charkower.

In Kriwoj Rog haben Aktivisten von "Borotba" ein Treffen neben dem städtischen Exekutivkomitee veranstaltet. Die Menge rief: "Nein dem Faschismus!" und "Von Sewastopol bis Kriwoj Rog!". Auf dem Treffen wurde eine Resolution angenommen, die besagte: "Alle, die in unsere Stadt gekommen sind, um die Lage zu destabilisieren und inmitten der Stadtbewohner Zerstörung, Panik und Chaos zu verbreiten, müssen Kriwoj Rog sofort wieder verlassen."

In Donezk versuchten Teilnehmer eines antifaschistischen Treffens, die Regionalverwaltung im Sturm zu nehmen. Aktivisten haben die ukrainische Fahne abgehangen und statt dessen die russische Fahne aufgehangen. An der Aktion beteiligten sich Menschen mit den Fahnen Russlands und der Republik von Donezk. Vor dem Gebäude der regionalen Verwaltung kam es zu einer Aktion, an der etwa 5.000 Menschen beteiligt waren. Auf dem Treffen haben Aktivisten von "Borotba" für den sozialen Konflikt, den Internationalismus und die Völkerfreundschaft agitiert. Die Vereinigung "Borotba" betont: "Unsere Position ist: das ukrainische Volk muss selbst über sein Schicksal entscheiden. Wir unterstützen keinerlei ausländische Einmischung in die innenpolitischen Angelegenheiten. Allerdings ist es kein Zufall, dass ein bedeutender Teil der Bevölkerung im Südosten des Landes, und besonders auf der Krim, mehr auf Russland vertraut als auf die neue Regierung in Kiew und in den bewaffneten Streitkräften der Russischen Föderation eine Schutzmacht vor den aggressiven Handlungen der Neonazis erblickt."

In Odessa kam es zu einem Treffen von Bürgern, die der faschistischen Regierung feindlich gesinnt waren. Auf dem Feld von Kulikowo versammelten sich etwa 5.000 Menschen. Einige waren mit Fahnen und Ideen bewaffnet, andere hingegen mit Stöcken oder Armaturen. Das Treffen dauerte etwa drei Stunden lang. Vor den Versammelten traten bekannte Redner aus Odessa auf: von Krasnjuk über Dawidtschenko bis hin zu Bowbalan und Woloschenkow. Auch trat der Volksvertreter Truchanow auf, der ausgepfiffen wurde. Der Koordinator von "Borotba", Alexej Albu, erklärte auf der Tribüne, dass er bei der nächsten Sitzung des Odessaer Regionalrates einen Antrag auf Gründung einer Odessaer Autonomen Republik innerhalb der Ukraine stellen werde. "An mich und meinen Kollegen Wjatscheslaw Markin wandten sich in den letzten paar Tagen einige hundert Menschen mit der Bitte, beim Odessaer Regionalrat einen Antrag auf Gründung einer Odessaer Autonomen Republik innerhalb der Ukraine prüfen zu lassen. Und wir werden diese Bitte umsetzen", erklärte Alexej Albu. Unser Vertreter  merkte auch an, dass er die neue Regierung für eine faschistische Gewalt halte und erinnerte an die bestialischen Ausschreitungen der Banditen des Rechten Sektors gegenüber dem Kommunisten Rostislaw Wassilko in Lwow.

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